Einwegkommunikation auf Facebook & Co.

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Eine heute veröffentlichte Erhebung der GIRAS zeigt auf, dass nur jedes fünfte, an der Schweizer Börse kotierte SPI-Unternehmen, Social Media im Bereich Investor Relations (IR) nutzt. Besonders spannend dabei ist die Aussage, dass die eigentliche Stärke von Social Media, die dialogische Funktion, nicht ausgespielt wird. Vielmehr geben die befragten Unternehmen an, Social Media für die Verbreitung von Informationen über einen alternativen/komplementären Kanal (60%), die Erschliessung neuer Zielgruppen (60%) und die Steigerung des Bekanntheitsgrades (50%) zu nutzen.

Aus welchen hauptsächlichen Gründen nutzt ihr Unternehmen Social Media im Bereich Investor Relations?

Dass Social Media nur in jedem fünften Unternehmen (19%) zum Einsatz kommt, erstaunt insofern nicht, als dass dieser Wert sich auch im DIRK-Stimmungsbarometer 2011, einer ähnlichen Studie aus Deutschland, spiegelt.

Social Media wird im Bereich IR vor allem für die Ankündigung von Ereignissen und Publikationen (80%), für Ad-hoc Publikationen (60%) und zur Übertragung von Live-Ereignissen (60%) genutzt. Die Umfrageteilnehmer geben zudem an, keine Informationen exklusiv über Social Media zu verbreiten. Die Zielgruppe der Social Media-Aktivitäten sind vor allem Investoren und Analysten, zweitrangig auch Medien und Kleinaktionäre.

Schranken und Umsetzungshürden
Gegen die Verwendung von Social Media sprechen aus Sicht der Umfrageteilnehmer insbesondere die Notwendigkeit alle Stakeholder gleichzeitig zu informieren (60%), die ungenügende Erreichbarkeit der Zielgruppe (49%) und die Angst vor Kontrollverlust (49%). Auch bei den Umsetzungshürden zeigt sich ein klares Bild. Oft fehlt es an personellen Ressourcen (66%) oder aber es bestehen gesetzliche Hürden (60%). Zudem wird auch fehlende Gewissheit und eine vorsichtige Haltung gegenüber den neuen Kanälen (47%) als Umsetzungshürde angegeben.

Monitoring wird vernachlässigt
Eine weitere spannende Erkenntnis ist, dass nur knapp die Hälfte (44%) der IR-Verantwortlichen, die an der Umfrage teilgenommen haben, angeben, die Social Media Kanäle auf Aussagen über ihr Unternehmen zu durchsuchen. 56% überlassen das Reich der Social Media Kanäle ganz und gar ihrem Umfeld. Auf den ersten Blick erstaunt das insofern nicht, als dass Social Media Inhalten oft mangelnde Materialität unterstellt wird, was ein zentrales Entscheidungskriterium für die IR-Relevanz eines Themas ist. Dennoch empfehlen die GIRAS und wir als Agentur den IR-Verantwortlichen ein wachsames Auge auf die Sozialen Medien zu richten und sich zumindest eng mit den Corporate Communications auszutauschen. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass zunächst unwichtig erscheinende Ereignisse durch die via Social Media mobilisierten Massen, die kritische Materialität erreichen können.

Rückstand bei Strategien und Policies
Wer Social Media im Bereich IR nutzt, hat nicht zwangsläufig auch eine Social Media Strategie. Nur knapp die Hälfte stützen ihre Massnahmen auf einer Strategie ab. Weiter erstaunt, dass von den teilnehmenden Unternehmen nur gerade etwas mehr als ein Drittel (37%) eine Social Media Policy haben.

Steigende Bedeutung in der Zukunft
Fragt man nach einer Einschätzung der Wichtigkeit von Social Media heute und in 5 Jahren so gibt es klare Hinweise auf eine steigende Bedeutung in der Zukunft. So erstaunt es nicht, dass bei 80% der Unternehmen, die noch keine Social Media Strategie haben, eine solche in Planung ist.

Die Erhebung wurde im Auftrag der GIRAS von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) durchgeführt. 54 der rund 250 SPI-Unternehmen haben an der Online-Umfrage teilgenommen.

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